HR in der Cloud – 4 Blickwinkel

über eine Revolution im HR Management (Teil 1)

HR Strategen befassen sich seit geraumer Zeit mit dem Thema, ob Ihre Investitionen in die Zukunft zielgerichtet sind. Seitdem es Cloud-Services als Alternativen zu On-Premise-Lösungen gibt, scheint eine Entscheidung in der einen oder anderen Richtung wie ein Damokles Schwert über HR und IT zu liegen. Ersteres versteht sich als IT-Dienstleistung nach Bedarf, also nicht dauerhaft gekauft und nicht in eigenen Rechenzentren betrieben, wonach On-Premise die bisher bekannte Variante der IT-Unterstützung darstellt, bei der Installation, Betrieb und in der Regel auch die Wartung im eigenen Hause erfolgt und die Rechnerkapazitäten vom Unternehmen zur Verfügung gestellt werden müssen.

Thomas Eggert, Personaler, Prozessdenker und Blogger befragt zu diesem Thema den HR-Experten und Unternehmensberater Peter Keuchel, der seine Erfahrungen aus seinen Kundenprojekten zu diesem Thema widerspiegelt. Dieser Artikel ist Teil einer 4 - teiligen Reihe zu dem Thema „HR in der Cloud“, die mit diesem Interview-Special den Auftakt macht.

HR1Thomas Eggert: Herr Keuchel, das Thema HR in der Cloud wird häufig mit anderen Lösungen vermischt oder missverstanden, was bedeutet HR in der Cloud genau?

Peter Keuchel: Ich freue mich endlich einmal eine ganzheitliche Diskussion anzustoßen, um das Thema HR in der Cloud transparent zu machen. Von Zeit zu Zeit gibt es revolutionäre Produkte, die alles ändern. Cloud-Software wird von der IT Industrie als „Game Changer“ gesehen. Um die Begriffsbestimmung zu erläutern, HR in der Cloud sind IT-Dienstleistungen, die dem Kunden als vollständiges System mit standardisierten Prozessen per Web-Browser und Internet-Verbindung zur Verfügung gestellt werden. Führungskräfte fragen nach mehr Unterstützung strategischer Prozesse - die Technologie gibt den HR Verantwortlichen bessere Tools, um auf diese Fragen zu antworten.

Welche „wolkigen Vorteile bringt HR in der Cloud?

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Auch für Softwareanbieter liegt die Zukunft in Cloud Services. Den Prognosen über den Boom von Cloud-Software gemäß namhafter Institute wie Gartner etc. folgen nun die Umstellungen von Kaufsoftware zu Mietsoftware bei den Softwareanbietern. Konnten SAP, Oracle und Co. in den Neunziger Jahren von Jahr zu Jahr Umsatzsteigerungen durch den Verkauf von Software erzielen, so wird heute ein immer größerer Anteil der Erlöse durch Wartung und Miete erzielt. Diese kontinuierlichen Umsätze sorgen für Stabilität bei den Anbietern und protegieren damit Leasen oder Mieten von Software.

Das Bild der Wolke liefert entscheidende Argumente für den Kunden:

  • Die gesamte Software basiert auf innovativen, standardisierten und optimierten Prozessen, d. h. Medienbrüche werden vermieden. Definiert sich nicht jedes zweite HR Projekt über Prozessoptimierung?
  • Implementierungen werden vorangetrieben durch reduzierten Konfigurationsaufwand (=Customizing) und generell weniger Sonderprogrammierung. Das ist eine Forderung aus leidgeplagten „Erfahrungen“ vergangener ERP-Projekte
  • Wartungen, seien sie gesetzlicher Art, Release-Wechsel oder Fehlerkorrekturen werden in erster Linie vom Hersteller durchgeführt und sind in den Wartungspreisen enthalten. So entfallen hohe Umstellungsaufwände.
  • Ein wesentlicher Qualitätssprung für die meisten HR Anwender heute stellt eine durchgehende Öffnung und Präsentation der Prozesse auf mobilen Endgeräten dar. Ob Smartphone, Tablet oder Desktop, der Zugriff kann von überall und zu jederzeit erfolgen. Führungskräfte rufen seit Jahren nach Benutzerfreundlichkeit – was IT-Abteilungen mit enormen Aufwand Prozess für Prozess nachprogrammieren ist in Cloud Services bereits kostenlos inkludiert.
  • Letztlich führt dies insgesamt zu verringerten Kosten. Eines der wichtigsten Voraussetzungen für die Erneuerung der Infrastruktur. Während noch vor 15 Jahren das Drittelprinzip für die Kosten galt: 1/3 Hardware, 1/3 Software, 1/3 Implementierungs- und Beratungskosten. So gilt heute 1/3 des Aufwands für Hard- und Software zusammen sowie 2/3 für Beratungs- und Implementierungskosten. Das zeigt, dass bei schlanker Implementierung auch Einsparpotentiale gehoben werden können.

Das sind schlagkräftige Argumente. Welche Herausforderungen bringt ...

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